12.04.2024 — die erste Nacht ist oft die schwierigste. Irgendwie hatte ich geschlafen, aber auch hier in Etappen. Ich nutzte mein frühes Aufstehen, um noch eine Unterkunft für Übermorgen zu finden. Nach ca. 10 Anrufen und zusätzlicher Unterstützung einer erfahrenen Pilgerin gab ich auf und buchte ein Hotelzimmer in Lühe, was eigentlich nicht in meinem Budget lag. Aber so hatte ich erstmal was. Vor meinem heutigen Start verweilte ich noch ein wenig in der Naher Kirche, die wunderschöne Fenster hat.


Nach 5km Gehen entlang einer stark befahrenen Straße erreichte ich Kayhude. Da ich hier auch in einem Geschäft Kundin bin und z.B. meinen Hüttenschlafsack dort gekauft habe, wusste ich, dass ich hier bestimmt einen Kaffee kriege. Die Frau am Infoschalter sagte, hier kriegt jeder Pilger einen Kaffee 😇. Und ich wusste gar nicht wie lecker Weißbrot von gestern sein kann 😀.

Und ein paar Meter nach Kayhude befand ich mich dann plötzlich in einer ganz anderen Welt. Alles begann damit, dass ich doch nochmal versuchte, eine andere Unterkunft als das Hotel zu bekommen und so traute ich mich, in der katholischen Kirche in Wedel anzurufen. Und siehe da, eine freundliche Dame sorgte dafür, dass ich auf der Ausziehcouch im Pfarrhaus schlafen kann.
Bis zu meinem heutigen Ziel ging ich ca. 22 km auf dem Alsterwanderweg – wunderbar – reine Natur – ein Traum. (Gut, dass ich Antibrumm eingepackt hatte.) Hier ein paar Eindrücke.













So faszinierend der Weg auch war, er forderte mich auch heraus. Er schlängelte sich in Kurven links und rechts, über den Alterskanal und wieder zurück, so dass ich das Gefühl hatte, die Orientierung zu verlieren. Auch die Beschilderung war nicht immer ganz so einfach. Letztendlich folgte ich dem Alsterwanderweg und mit ein paar Nachfragen kam ich dann auch mal wieder zu einem Muschelzeichen 😇.

Wie jeden Tag versuchte ich 2 Pilgerstempel zu bekommen. Heute den ersten in der Cantate-Kirche Duvenstedt. Hier kam ich ins Gespräch mit Gaby Grün vom Pfarrbüro, die selbst schon gepilgert ist und auch eine Pilgerherberge in Tangstedt vermietet. Am Ende schenkte sie mir ein aktuelles Pilgerbuch von der Via Baltica – ein wahrer Schatz für mich. 🙏
Den 2. Pilgerstempel bekam ich mal wieder durch einen Zufall. Auf dem Parkplatz der Marktkirche in Poppenbüttel traf ich eine Kirchenmusikerin, die mir einen Stempel organisierte. 😇



Nach einem Kaffee auf dem Marktplatz in Poppenbüttel ging es dann auf die letzten Kilometer des heutigen Tages immer entlang des Alsterkanals bis nach Klein Borstel, wo ich dann das Gästehaus von Simone Drees erreichte, klein und gemütlich.

Frisch geduscht traf ich mich dann zum Abendessen mit Nadine. Leider musste ich dann unser Treffen vorzeitig beenden, da ich ziemlich platt und fertig war.

Holundersirup, Tonic, Minze und Limette 😋
Highlight: Die Buchung der Unterkunft in Wedel und die herzlichen Begegnungen auf meinem Weg heute (Wanderinnen, Kaltbader, SUPer😇).
Herausforderung: die innere Auseinandersetzung mit meinem“Kontrollwahn“ bei der Suche nach dem richtigen Weg 🙈
Danke: an Gaby für das wunderbare Buch, an Simone, dass sie mich für eine Nacht beherbergt und an Nadine, für Deine Zeit und Spontanität 🙏