2. Von Reinfeld zum Kloster Nütschau (Blasen gehören der Vergangenheit an😇 und das kann auch gerne so bleiben 😇) 17,2 km

18.11.2023 — Früher Vogel fängt 🤔? In meinem Fall den Tag ruhig an. Ich liebe es, wenn das Leben um mich herum langsam beginnt und die Menschheit nach und nach erwacht. So war ich alleine im Bus und alleine im Café Schwesternherz in Reinfeld. Dieses Café kann ich nur weiterempfehlen – super freundliche Mitarbeiter und leckerer Kaffee ☕.

Mit neuen Wanderschuhen (1 Nummer größer 😊) und neuer Outdoorhose sowie diversen Pflastern im Gepäck startete ich meine heutige Pilgerwanderung an meinem letzten Zielpunkt, der Matthias-Claudius-Kirche in Reinfeld.

Heute war ich sehr glücklich über meine neuen Schuhe, regenfest und wasserdicht. Der Weg hinter Reinfeld war superschön herbstlich und häufig auch extrem matschig. Die ersten 5 km ging ich u.a. auf dem Steenvelder Wanderweg. Sehr dankbar war ich für die vielen kleinen Sitzmöglichkeiten in der Natur (ich übte mich heute im richtigen Schnüren meiner Schuhe 🤗). Ergebnis war, rechter Fuß super und der linke Hacken erhielt in der Frühstückspause ein Physio-Tape (vorsichtshalber).

Über den Kneeden erreichte ich dann die Trave bei Sehmsdorf, ein wunderschönes Fleckchen Natur. Mit der Sonne im Rücken ging’s die Trave entlang in einem sehr entspannten Schritt. Was ich so mag an solchen Wanderungen, dass man nie weiß, was so passiert. Während meines Sonnenanbetens am Traveufer sprach mich Sabine an. Sabine war eine aus der Gruppe der „Ultras“, die Strecken von 100km am Stück gehen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,9 kmh🙈. Schon komisch, das reizte mich gerade in keinster Weise – irgendwie waren das zwei krasse Gegensätze. Meine Intention war eher „mal runterfahren und Tempo raus“.

In Bad Oldesloe angekommen, ging ich erstmal zur Peter-Paul-Kirche, um mir meinen Pilgerstempel abzuholen. Das musste ich aber auf später verschieben, da hier gerade ein Kammerchorkonzert stattfand. Ich lauschte ein paar Minuten den wunderschönen Klängen und ging dann weiter zum Café Kuchenwerk. Der Name ist Programm. Hier traf ich mich spontan mit Ulrike, einer lieben Kollegin von früher. Wir hätten, glaube ich, noch Stunden erzählen können, aber das verschieben wir dann mal auf später. 😉

Was ich bis heute auch nicht wusste, dass Oldesloe die Beste-Travestadt ist, denn wenn man durch Oldesloe geht, überquert man immer wieder kleine Brücken über die Trave und die Beste.

Mit einem Stück Mohnkuchen im Bauch 🍰😋 ging mein Weg dann weiter durch das Brenner Mohr – so schön 🥰. Hier kann einfach alles so sein, wie es ist.

Nach ein paar Biegungen erreicht ich dann auch schon mein Ziel für heute, das Benediktinerkloster Nütschau. Für mich ein besonderes Ereignis, denn es war schon immer ein Wunsch von mir, hier mal zu übernachten und einen kleinen Einblick in das Klosterleben zu bekommen. Ich kann die Atmosphäre hier nur schwer mit Worten beschreiben, aber was mir sofort auffiel war, dass hier alles ruhiger und mit Bedacht getan wird. Man lässt sich einfach Zeit, auch um Dinge nachwirken zu lassen. 🧘‍♀️

Auch hier im Kloster spürt man, dass jede/ jeder so sein kann, wie sie/er ist. Jede/ jeder hat seinen Platz in der Gemeinschaft, egal ob jung oder alt, mit oder ohne Handicap….

Kloster Nütschau vereint Geschichte und Moderne

Im Klosterladen entdeckte ich die Jahreslosung meines Geburtsjahres 1973: Mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht! Haggai 2, 5b (L) — wie passend gerade für mich. 💫

So ging mein Tag zu Ende im Jugendgästehaus und einer Nacht unter der Muschel, besser geht gerade nicht.

Highlight: der ganze Tag war heute ein einziges Highlight ❤️.

Herausforderung: dass ich mich nicht wegträume und eine Abzweigung verpasse😉

Danke: an Ulrike für Deine Spontanität und die gemeinsame Zeit und an die Mitarbeiter:innen von Globe-Camp in Lübeck für die gute Beratung und die Super-Wandertipps. Und Danke für die Zeit im Kloster Nütschau 🙏.

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