10.04.2026
Die Nacht heute war gewöhnungsbedürftig 🤔🫣. Relativ früh packte ich meine Sachen und nahm Abschied von der letzten Pilgerunterkunft.
Mein heutiger Segensspruch passte wie die Faust aufs Auge 😇. Gefühlt grinste ich den ganzen Tag vor mich hin und fühlte mich begleitet nicht nur von Gott, sondern auch von lieben Mitmenschen 🙏.

Hinter Mausbach ging es gleich in die Natur. Der Weg war zum Glück gut ausgeschildert. Leider stimmte er überhaupt nicht mit meiner Camino Love App überein. Später erfuhr ich, dass dieser wohl der alte Weg war. Und oben angekommen, sah ich schon die Kirche von Vicht ❤️.

Ich dachte, ich frag mal nach dem Pilgerstempel. Im Gemeindehaus traf ich Gitti, die mir sehr gerne die Kirche aufschloss.


Über den gleichnamigen Fluss Vicht ging es durch einen Märchenwald auf eine Art Hochebene. Einsam? Nee, ich war ja auch noch da😇.

Und schwupps war ich in Breinig. In der Kirche St. Barbara bekam ich einen Stempel und 2 Osterkerzen für Monika 🫶. Heute nahm ich alle Stempel mit, die mir über den Weg liefen. Breinig ist ein kleiner Ort mit einem schönen historischen Ortskern. Ich genoss es sehr, dort durchzugehen. Da ich noch ein Stückchen vor mir hatte, lehnte ich dankend eine Einladung zu einem Kaffee ab.


So langsam rückte Kornelimünster mit der Korneliuskirche näher – auch hier bekam ich einen Stempel in der Kirche. Auf dem Weg kam ich an Ausgrabungen vorbei, dem Varnenum.


Beim Benediktinerkloster angekommen, sang ich mein Ubicaritas aus Dankbarkeit und mit Wohlgefühl. Eine Dame lud mich ein, am Mittagsgebet teilzunehmen, was ich sehr gerne annahm. Auch den Stempel bekam ich von der Pförtnerin, die zwar gerade in die Mittagspause ging, aber mir sehr gerne den Stempel gab. ❤️ Pilgerliebe 🫶. Anschließend genoss ich mein Mittagessen im Klostergarten. Besser geht nicht.


Immer näher kam ich Aachen, vorbei an der kleinen Jakobskapelle am Wegesrrand. Auch hier gab es einen Stempel ❤️ und ein Pilgerbüchlein.


Kurz vor Aachen ging es dann nochmal wunderschön durch Natur.

Die Stadt erreicht, freute ich mich auch, Christian noch mal wieder zu sehen. Aber er war erstmal in der Therme und ich erreichte ihn nicht.
So kam ich glücklich beim Dom an und saugte jedes Gefühl auf.

Im Dom traf ich auf den Domschweizer Werner, von dem ich meinen Etappenabschlussstempel erhielt. Das wurde zelebriert. Werner erzählte mir einiges über den Dom, der mit seinen Mosaiken sehr venezianisch anmutet. Ein sehr besonderer Ort für mein Etappenziel 🙏😇. Auch die Fenster und Gewölbe waren sehr besonders.



In der kleinen Gebetskapelle fand ich etwas Ruhe dank Werner, der die Tür schloss 🙏, sang ganz leise und beseelt mein Ubicaritas und war etwas sentimental. Danke, dass ich diesen Moment erleben durfte.
Und dann schrieb Christian. Wir trafen uns bei Steuselbrötchen und Reisfladen beim Mossbäcker. Ein kurzes aber wunderschönes Wiedersehen 🥰🙏.

Bei einem kleinen Spaziergang durch das Zentrum kaufte ich noch Aachener Printen. Die Verkäuferin fragte, ob ich nicht noch etwas probieren möchte? Sah ich denn so fertig aus?

Aachen ist auch bekannt für seine Brunnen. Wunderschön und so verschieden. Und am Elisenbrunnen hielt ich meine Hände unter das heiße Schwefelwasser. Das gehört einfach dazu, wenn man das erste Mal in Aachen ist 😁.

Dann verabschiedete ich mich von Christian und fuhr mit dem Bus zu meinen heutigen Herbergseltern Lisa und Peter, von denen ich herzlich in Empfang genommen wurde. Bei einem Kaffee erfuhr ich, bei wem ich eigentlich gelandet war. Peter ist Beauftragter für die Pilgerberatung bei der Deutschen Jakobusgesellschaft Aachen. Nach der intensiven, warmen Dusche und dem wunderbaren Abendessen (Salat und Tortilla 🥰) redeten wir sehr viel übers Pilgern. Ich bekam im wahrsten Sinne eine Pilgerfortbildung mit vielen hilfreichen Tipps. Soooo viel Pilgerliebe 🫶🙏. Heute war ich entspannt, da ich ja auf der langen Zugfahrt nach Lübeck meinen Blog schreiben kann und so sog ich diesen Moment einfach auf.
Diese Nacht wachte ich vom Weckerklingeln auf – wie schön. Ich bekam auch hier noch zwei Stempel und eine Anstecknadel der Jakobusgesellschaft.

Mit dem Bus ging es wieder zum Dom, nein Laufen wollte ich heute nicht mehr 😉. Mein rechter Fuß war auch nicht wirklich in Ordnung 🤔. Im Dom nahm ich am Gottesdienst teil und durfte danach noch den heiligen Jakobus aus der Nähe fotografieren 🙏. Dank Peter fand ich auch draußen den Jakobus und beide mit Muschel.

Highlight: der Moment in der Gebetskapelle im Dom und das Gespräch mit Lisa und Peter 🙏 sowie das Wiedersehen mit Christian
Herausforderung: Achtsam gehen trotz überschwänglicher Freude 😊
Danke: an Gitti von der Kirche in Vicht und Werner vom Dom in Aachen für die kleine Extraführung und Erklärung, an Bruder Antonius für das Willkommen bei der Mittasgsandacht im Benediktinerkloster und an Lisa und Peter für die herzliche Aufnahme in Ihrem Zuhause und für die intensive Pilgerfortbildung 🙏 sowie für die ausgiebige warme Dusche und die leckere Verpflegung 🙏❤️, Danke an meinen Körper – für die Kraft, die Erholung und die kleinen Zeichen 🙏 und Danke an das Seniorenheim in Breinig für das Nutzen des stillen Örtchens ebenso das Hotel Buschhausen in Aachen. 🙏


Pilgerwissen: Oft wird der heilige Jakobus mit Muschel dargestellt. Aufpassen, nicht mit dem heiligen Rochus verwechseln, der auch oft mit einer Muschel abgebildet ist. Er ist aber daran zu erkennen, dass er sein Gewand hebt, um seine Pestbeulen zu zeigen.
Etappenfazit:
Die Etappe von Münster nach Aachen stand unter dem Motto „Zeit für Begegnungen“. Außerdem wurde immer wieder deutlich, dass Achtsamkeit nicht von allein kommt und bei mir schon gar nicht, wenn ich in ein Hochgefühl komme und sich von ganz alleine mein Tempo erhöht. Leidenschaft und Ruhe suchen und in Balance leben. 😇
Da hast Du es ja tatsächlich bis Aachen geschafft, so wie Du es Dir vorgenommen hast. Herzlichen Glückwunsch! Du konntest viele schöne Erinnerungen und gute Erlebnisse auf dieser Wegetappe sammeln, wie man in Deinem blog miterleben durfte. Ich wünsche Dir eine gute Heimfahrt, gute Besserung für Deinen Fuß und reichlich positive „Nachwirkungen“ Deiner Wanderung. Und für das nächste Teilstück: Buen Camino!
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Lieber Thomas, vielen Dank für Deine Antwort. Mir geht es soweit gut. Mal sehen, was der Orthopäde meines Vertrauens sagt. Jedenfalls bin ich überglücklich und jetzt wieder daheim. Das ist auch schön ❤️. LG Anja
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